Alles Gangster und Verbrecher!

Seit einigen Tagen schon ankern keine hundert Meter von mir entfernt zwei ziemlich abgeratzte Fischerboote…

Durchs Glas erkenne ich die indische Nationale. Diese Boote sind eigentlich unpassend groß für dieses Atoll und schonmal erstrecht für MEINEN Ankerplatz!

Ich hab in der Nacht nun besser ein verschärftes Auge auf mein Dinghy, das bislang immer vertrauensselig am Heck angebunden war…

Heute war ich nun auch endlich mal wieder an Land (das Support-Boot ist gekommen und es gab somit frisches Obst und Gemüse im Supermarkt zu kaufen).

Natürlich hab ich dabei im Café auch meine Jungs getroffen und sie haben mich gleich zu sich an den Tisch geholt.

Von Ibbe hab ich dann eine neue Ankerkettenkugel bekommen (meine war ja verschwunden) und ich habe bei Hassan gleich mal eine Gummizugharpune für Lobster geordert. Das sollte evtl. klappen…

Beim Weg zurück zum Hafen haben sie mir dann gleich noch die Geschichte der indischen Fischer erzählt… :

Die Trawler sind bei illegaler (Netz-) Fischerei nördlich von Ulligam von einheimischen Fischern gesichtet und dann von der hiesigen Coastguard aufgebracht und hierher verbracht worden.

Nun warten sie auf eine Entscheidung der Gerichtsbarkeit. Hoffentlich dauert das nicht so lange und diese Rostlauben sind bald wieder weg von hier…!

Auf den Malediven ist jedes Fischen mit Netzen streng verboten, um die Bestände nachhaltig zu schonen. Abgesehen davon waren die Fischer auch noch illegal in diesen Gewässern.

Zwei Coastguard-Schiffe verlassen die Trawler gerade wieder.

Zurück auf Thalassa habe ich die neue Kugel gleich mal an der Ankerkette angebracht und hab mir das ganze dann unter Wasser angeschaut.

…leider hat die Kugel zuwenig Auftrieb und hebt die Kette nicht weit genug über die Korallen.

Da werde ich wohl noch eine grössere beschaffen müssen.

Na, Morgen ist auch noch ein Tag!

Ärgerlich…

Ärgerlich ist, dass ich heute von 06:30 Uhr bis 15:00 Uhr am Boot gearbeitet habe, und so gut wie nichts erreicht habe.

Am rechten Saildrive haben wir die Befestigungs-Schrauben der Opferanode verloren. Nun schlackert sie da unten geräuschvoll herum und schützt den Saildrive so natürlich nicht mehr vor Korrosion.

Ich habe heute alles versucht, aber, ohne das Boot aus dem Wasser zu nehmen, ist da wohl tatsächlich nichts zu machen. Montageschrauben würde ich ja wohl noch festkriegen, aber das untere Gewinde am Saildrive ist leider hin !

Dort, auf der rechten Seite, ist bei uns nun auch noch der Max-Prop-Verstellpropeller verbaut. Dieser muss zur Demontage total zerlegt werden. Die Chance, dass dabei ein Teil davon auf Nimmerwiedersehen auf Tiefe geht, ist einfach zu groß.

Der Freediver, mit dessen Hilfe ich unter Wasser solche Arbeiten ausführe, – eigentlich ein geniales Teil, das über das 12Volt Bordnetz eine kleine Pressluftpumpe betreibt und mich über einen Schlauch sowie einen Lungenautomaten mit Atemluft versorgt – hat dabei leider auch vorerst seinen Geist aufgegeben !

Er wird bei längerem Gebrauch am Kompressor so heiß, dass die Anschlüsse und -Luftschläuche weich werden, sich verformen bzw. platzen.

Da blieb mir unter Wasser doch glatt die Luft weg !
Leider ist vom 15mm PVC-Anschluss-Schlauch keine Reserve an Bord. Sonst hätte ich ihn reparieren können. Von diesem Schlauch muss ich unbedingt genügend beschaffen und an Bord legen.

Nun – es war heute eben ausnahmsweise mal alles in allem ein frustrierender Tag !

 

 

Dafür belohne ich mich zum Dinner!

Es gibt Lobster mediterran! – SATT – ! 

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Haute Couisine a la Thalassa

Lobsterjagd…

Heute gehen Hammadh, Hassan und ich zusammen mit der Gummizugharpune am Hausriff vom Dinghy aus auf Lobsterjagd.

Hassan kennt hier die besten Spots !

 

Leider war meine GoPro mal wieder nicht ganz geladen, bzw Hammadh hatte während der Dinghyfahrt schon ein bisschen damit rumgespielt… 🙂

Jedenfalls war die Batterie recht schnell leer und es war Schluss mit Filmen !

Wir haben aber einiges gefangen !

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Fett !

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Schöne Größe !

Hassan, der hier auf Ulligam der Iman ist, hatte leider nach 2 Stunden schon keine Zeit mehr, da er heute – es ist „public holiday“ – die Menschen ordentlich zum Gebet zusammenrufen muss…

So haben Hammadh und ich uns vier der gefangenen Lobster geschnappt, und am Strand ein Spontan-BBQ gemacht.

Feuer aus Treibholz, auf die Lobster gestapelt und alles runterbrennen lassen.

Fertig ist Lobster auf Grill ! 

Naja, man ist ja mit einfacher Kost zufrieden…! 🙂

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Der Lobstergrill

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Lecker !!

Die restlichen beiden Lobster waren noch auf der Thalassa.

Damit sie mir nicht schlecht werden, habe ich sie noch am Abend verarbeitet und im großen Topf in Meerwasser gegart.

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ein großer Topf muss her !

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Fertig zum Pulen

Das Fleisch (reines Filet) wird morgen zu einer hervorragenden Tomaten-Sauce mit Pasta verarbeitet.

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Ab in den Kühlschrank – Für Morgen !

Wie gesagt – wir sind ja mit spartanischem Essen zufrieden… Hauptsache, satt. 

Nein… Besser geht wirklich nicht. Es war SOOOO lecker!!! 

 

 

Gestern…

… sind wir alle zusammen zur Nachbarinsel gefahren.

INNAFINOLHU !

Laut Imadh eine der schönsten Inseln der Malediven.

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IMG-20191102-WA0018.jpgRed Snapper auf Grill…

Und ich hab mir dabei den ersten Sonnenbrand seit 6 Monaten geholt. Es war einfach ZU heiß!

Naja. Das Letzte……..

…war das sicher noch nicht. Die beiden kommen ja wieder !

Lotta nimmt sich etwas Sonne mit auf den Weg.

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Aber nachdem ich die beiden verabschiedet hatte, habe ich mich noch am gleichen Nachmittag auf den 85 Seemeilen langen Rückweg nach Ulligam gemacht. Mit ordentlich Wehmut im Bauch. Jetzt wieder so allein hier…

Um 17:00 Uhr ging es dann ankerauf im Norden des Clubs, unweit unserer Suite.

Das Wetter war ruhig, aber es war für den nächsten Tag (die nächsten Tage) eher unangenehmes Wetter angesagt. Ein weiterer Grund,  nicht länger hier im Noonu – Atoll zu bleiben.

Ich konnte tatsächlich fast 95 Prozent der Wegstrecke segeln. Es gab genügend Wind (ohja!) aus der richtigen Richtung.

Um 13:00 des nächsten Tages (am 20.10.) – kaum, dass der Anker vor Ulligam eingegraben war, fegte dann auch schon  das erste Unwetter mit 8-9 Windstärken und Starkregen über unseren Ankerplatz…

Eigentlich dachte ich, es wäre nur ein großer Schauer…

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Vor Anker Ulligam

Nicht das schönste Wetter hier vor Anker…

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Ulligam

Aber irgendwann merkte ich, dass es wohl länger so schlecht bliebe – Genauer gesagt, erst nach 5 wirklich SEHR anstrengenden Tagen, besserte sich das Wetter endlich…

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Schluss mit lustig…

Asads Sohn war inzwischen geboren und musste ordentlich befeiert werden. Das ganze Dorf kam…und Gunnar mal wieder mittendrin !

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Im Nachbarhaus bei Muaz zeigte man mir, wie hier der lokale Curry gemacht wird. Erst über dem Feuer trocknen und danach im Mörser stampfen.

Ordentlich Aufregung bei den Damen, wenn ein Mann mal da ist… 🙂

Das Letzte….

…Bild zum Abschied!Wir genießen unseren letzten Tag im Robinson Noonu. Danke Murat für das Upgrade auf die wunderschöne Suite im Wasserbungalow! Wir hatten eine tolle Zeit hier im Club – aber auch auf Ulligam.

Es war alles dabei: Von archaischer Selbstversorgung beim Speerfischen, über Ankermanöver in Gewitterböen mit Starkregen, bis hin zur Rundum-Sorglos-Bauchbepinselung im Club!Wie immer – Der Mix macht’s!

Die Ruhe vor dem (Gewitter-)Sturm

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…leider wird das Wetter heute nacht wohl nicht so, wie wir es uns wünschen. Der Plan war ja eigentlich, heute Abend bereits in Richtung des Noonu-Atolls ankerauf zu gehen.
Weit hinter Ulligam zucken aber schon jetzt grelle Blitze und im Laufe des Abends ziehen auch ein paar Gewitterböen über unseren Ankerplatz hinweg. Ich denke, ich warte noch ein bisschen – auch, wenn morgen der Wind wohl ungünstiger sein wird.

Aber ein herrlicher Abendhimmel !

‚European Dinner‘

Am Abend dann kommen die Jungs zum Essen.

Auch wir möchten uns gern bedanken und haben für Ibbe, Muaz, Asad, Hammadh, Imaadh, Thoaha, und…Saif… ??? – auf THALASSA schön europäisch gekocht.

Es war absolut klasse und so, als käme eine große Familie zusammen!

Heute nachmittag…

Ist auf Thalassa Besuchstag.

Zum Abschied bekommen wir noch viel neugierigen und interessierten Besuch von lieben Ulligamer Schülern und Studenten.

Es ist für sie der allererste Besuch auf einer Segelyacht.

Ein letztes Mal…

… In unserer Badewanne.

Ob man’s glaubt, oder nicht – das sind 4 Meter Wassertiefe:

Lotta ist schon wieder ‚ready for takeoff‘ :

Schade, dass alles irgendwann ein Ende hat……

Unser vorerst letzter Tag vor Ulligam hat angefangen.