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Und alles wieder zurück…

Gunnar segelt natürlich nicht zurück in die Türkei. Aber die Gegenströmung in der Straße von Gibraltar ist so stark, dass trotz voller Motorleistung und 6 Knoten Fahrt voraus, die Thalassa keinen Meter vorankommt. Ganz im Gegenteil…und erschreckend!!
Hier auf dem Bild gut zu sehen.

Viecher gibt’s…

…die gibt’s gar nicht.
Dieses Exemplar ist so skurril, dass es schon wieder schön ist.
Und heute, ca 60 km von der andalusischen Küste entfernt, hatt(e) Gunnar wieder Internet!
Es war zwar nur ein kurzes Vergnügen, aber immerhin haben wir uns über einen Videoanruf sehen und auch mal wieder sprechen können!

Der Parasailor ist gesetzt und Gunnar segelt mit 5 Knoten und strahlendem Sonnenschein auf die Strasse von Gibraltar zu.
Laut Wetterkarte soll er sogar mit RÜCKENWIND vom Mittelmeer in den Atlantik ausgepuckt werden.

Es liegen noch 165 Seemeilen bis Gibraltar und dann die restlichen 550 Seemeilen bis Lanzarote vor ihm.
Bis jetzt hat Gunnar Insgesamt von Fethiye 2.100 Seemeilen (3.889 Kilometer) hinter sich gelassen.

Was wir kaum haben…

….hat Gunnar genug…. SONNE🌞Live, also in diesem Moment, segelt er an einer bezaubernden kleinen Insel mit dem Namen Marettimo vorbei. Eine ägädische Insel im Mittelmeer vor der Westküste Siziliens…

10 kg Black Tuna

Und wieder ist aller Ärger vergessen und die Freude riesig… Sashimi satt…

Gunnar verlässt in diesem Moment gerade die Küste vor Südsizilien… 2000 Kilometer sind bereits geschafft, jetzt liegen weitere 2700 Kilometer bis Lanzarote vor ihm.

https://forecast.predictwind.com/tracking/display/SVTHALASSA

…wenn da nicht der Motor wäre…

…könnte alles so schön sein.
Es gibt Tage, da segelt Gunnar zwischen 8 und 10 Knoten mit schönstem Segelwetter und ohne zu kreuzen in die richtige Richtung…
Aber wir wissen ja nun, es kann am nächsten Tag (oder kurze Zeit später) wieder ganz anders aussehen.

Segel runter, kein Wind, Gegenströmung und mit beiden Motoren volle Kraft voraus mit dem Ergebnis ganze 1,5 Knoten „auf der Uhr“ zu haben.
Das frustriert! Aber es geht natürlich noch schlimmer! Der eine Motor ging dabei dann auch noch kaputt (Saildrive- das Getriebe!) , da kann auch Gunnar leider nichts mehr reparieren.
Den Saildrive haben wir inzwischen in Deutschland bestellt, dieser wird per DHL direkt in die Marina Lanzorote versandt. Von den Kosten wollen wir lieber nicht sprechen, inzwischen ist die Laune nämlich wieder gut😊
Wir haben uns auch damit abgefunden, dass die Thalassa gleich nach Ankunft in der Marina Lanazarote aus dem Wasser muss und eine Reparatur von 2 Tagen auf uns (als Gunnar) wartet…

Aber gleich noch zu den schönen Dingen…

Augen zu und Durch!

…es sind ja NUR knapp 4000 Kilometer von der türkischen Küste bis nach Lanzarote.
Gunnar hat gestern gegen 12 Uhr den Yacht Classic Hafen in Fethiye verlassen.
Das Boot ausreichend gefüllt mit Proviant, Diesel, Wasser und guter Dinge, verabschiedeten wir uns per Video-Chat mit viel Vorfreude auf ein Wiedersehen in hoffentlich 4 Wochen auf den kanarischen Inseln.
Als wir auflegten, hörte ich im Hintergrund plötzlich noch das mir bekannte Piepen von der Bilgepumpe … Ja, das war`s dann auch erst einmal mit der Vorfreude auf die Kanaren, Gunnar musste wieder umkehren! Dieses Piepen weist auf ein ernst zu nehmendes Problem hin und kann auf keinen Fall während der Fahrt repariert werden.
Wir sahen schon wieder unser Geld in das Boot fliegen, versenkt im Motor oder sonstigen Ersatzteilen.
Also zurück auf einen Ankerplatz, Motor aus und erst einmal schauen, was da los ist.
Der Motorraum stand unter Wasser, da der Motor das Kühlwasser durch den Kühler nach außen drückte.. Gunnar hat dann den Wärmetauscher ausgebaut und gesehen, dass das Knie vom Auspuff
(wo das Kühlwasser rauskommt – „weißte Bescheid“😃) total verstopft ist… Aber Gunnar – alias MacGyver- hat den Übeltäter gereinigt und schwupp (na gut so schnell ging es dann doch nicht) lief der Motor wieder wie neu…

Nach 4 Stunden konnte Gunnar den Anker wieder aufnehmen… und die Segel setzen…

So eine Weltumsegelung ist nix für schwache Nerven!
Also jetzt nochmal von vorne: Kanaren…wir kommen!!!

Und nach einer unruhigen Nacht mit 4 Meter hohen Wellen (von vorne) ist Gunnar jetzt gerade hier:

Wenn Ihr Gunnar`s aktuelle Position verfolgen möchtet:

https://forecast.predictwind.com/tracking/display/SVTHALASSA

Wo ist die zeit geblieben?

Nun sind schon fast 5 Wochen vergangen.
Zum Glück haben wir jeden Tag mit vielen schönen Erlebnissen ausgefüllt. Unser Plan war, bis nach Marmaris zu segeln und dann die letzten 8 Tage im Robinson Sarigerme zu verbringen. Nun war aber leider jede Bucht hier in der türkischen Ägäis so dicht mit Booten „zugeparkt“, dass wir schon einen Vergleich mit einer Parkplatzsuche in der Hamburger Innenstadt anstellten.

Das war gar nicht nach unserem Geschmack ! Bei 40 Grad Hitze und Parkplatzsuche wurde es uns dann schließlich zu bunt und wir haben zum Glück noch einen tollen Platz in der Yacht Classic Marina in Fethiye bekommen.


Da liegen wir seit dem 01.08 und haben auch dort eine tolle Zeit verbracht. Wir haben mal auf dem Boot geschlafen oder eines der tollen Zimmer im Classic Yacht Hotel gebucht. Unter anderem hatten wir auch für zwei Nächte das „James Bond Penthouse“ im obersten Stock mit einem Super-Ausblick über den Hafen und die Bucht.

Hier wohnte schon Daniel Craig 2011, als er mit Dreharbeiten zum James Bond Film in der Türkei beschäftigt war.

Am 07.08 haben wir dann die Thalassa verlassen, sind mit dem Taxi von Fethiye nach Sarigerme gefahren und genießen jetzt die letzte Woche (ganz nach Plan😃) im Robinson Club. Von den Waldbränden hier bekommen wir nicht viel mit, außer, dass ab und zu ein Hubschrauber mit einem Wassersack oder ein Löschflugzeug über den Club fliegt. Es ist schon ein komisches Gefühl, den ganzen Komfort eines Clubs zu genießen und ein paar Kilometer weiter kämpfen Menschen um Ihr Hab und Gut.

Nun genießen wir gemeinsam noch die letzten 2 Tage zusammen im Club.
Freitag fährt Gunnar dann allein mit dem Taxi wieder zurück nach Fethiye zum Boot, um am Montag die Segel zu setzen und die Thalassa 3000 Kilometer allein bis nach Gibraltar zu segeln…

Raus aus der Badewanne

2 Tage schönstes Badewannen-Baden, aber irgendwann ist auch die schönste Badewanne abgetaucht und wir entscheiden uns abends um 19:30 Uhr ankerauf Richtung Karacaoren Buku zu gehen.

Ein schöner Sonnenuntergang und ruhige See begleiten uns. Wir möchten in Buku frühstücken gehen. Laut Internet soll es dort ein kleines, ursprünglichen Restaurant in einer kleinen Bucht geben… So langsam wird aus unserer Segelreise eine Schlemmerreise…
Aber was wirklich schlimm geworden ist, ist der ganze Plastikmüll an den Buchten und Stränden. Es gibt kaum noch ein Plätzchen, wo kein Plastikmüll liegt. Es ist schlimm zu sehen, und wir möchten auch nicht die Augen davor verschließen. Vor den Hotels und Clubs werden jeden morgen vor Sonnenaufgang die Strände gesäubert. Deshalb bekommt man als Hotelgast nicht viel von dem ganzen Ausmaß mit. Aber dadurch, dass wir auch Buchten ansteuern, wo keine Straßen, keine Hotels oder sonstige Zuwege hinführen, tut es uns in der Seele weh, zusehen zu müssen, wie unsere kleine unbeschwerte Lotta barfuß über leere Plastikflaschen, Mülltüten, leere Shampoo, Öl,- Duschgel,- Flaschen und sonstigen Plastikmüll steigen muss, während sie mit ihrer noch kindlichen, glücklichen Art Muscheln sammelt.

Lotta hatte uns noch einen schönen Schlafplatz an Deck vorbereitet, damit Gunnar nicht allein durch die Nacht segeln muss…( nagut , gegen Mitternacht sind wir dann doch in die bequeme Koje umgezogen und Gunnar musste dann die Nacht vor dem Steuer allein genießen😒)
Als Lotta und ich am nächsten Morgen an Deck gingen, kam aber keine so gute Stimmung auf. Das war dann doch nicht so DAS was uns gefällt (viel zu viele Boote an einem kleinen Fleckchen Bucht mit einem Restaurant) und wir entscheiden uns, gleich wieder ankerauf zu gehen und Richtung Fethiye zu segeln

( Gunnar hat einen starken Kaffee gegen die Müdigkeit bekommen – NEIN wir haben ihn nicht gezwungen, wir sind uns – fast immer -ALLE einig)

Ein weicher Morgentau hängt in der Luft, das Deck ist noch leicht feucht von der Nacht, es ist einfach wunderschön ganz früh morgens los zu segeln, einer der schönsten Momente eines Tages…

VATI

Wir sind gut in KAS angekommen. Bei uns heißt KAS auch nicht KAS sondern VATI, eines unserer Lieblingsrestaurants in der Marina von Kas…Und zum Glück war auch unser Tisch noch frei😀 Und DANKE nochmal an Gila für die Einladung zum Essen!! Es war ein sehr schöner Abend!