1 Grad 07 Minuten Sued…

..irgendwo, 400 Meilen suedlich Sri Lankas und 650 suedoestlich von Indien.

Flaute..!

Seit nun schon mehr als 5 Tagen bewegen wir uns mit weniger als 3 Knoten Fahrt durch den Indischen Ozeaan.

Ich sitze am Fruehstueckstisch und werfe das leere Marmeladenglas achtlos ins Wasser. Dazu muss man sagen, ich werfe alles natuerlich Vergaengliche, dazu gehoeren neben Metall und Papier fuer mich auch alle Mineralien, an geeigneter Stelle ueber Bord. Das finde ich durchaus in Ordnung ! Hier ist es knapp 5000 Meter tief und ich denke, das ist ok.

Aus dem Augenwinkel bemerke ich dabei etwas tuerkis aufblitzen an der Stelle, wo das Glas neben der Bordwand ins Wasser platscht. Als ich aufstehe um der Sache auf den Grund zu gehen, sehe ich eine Schule mittelgrosser (ca.1m lange) Mahi Mahi neben dem Boot daherziehen und neugierig das versinkende Marmeladenglas inspizieren.

Offenbar sind wir als traege dahinziehendes Floss nicht mehr als potentielle Gefahr eingestuft. Sind denn auch meine Angeln seit Beginn der Flautenphase nicht mehr im Wasser.
Ich nehme mir meine GoPro-Camera und schiesse vom Bug aus ein paar schoene Aufnahmen der Mahi Mahi, die von einem Wahoo begleitet und O Wunder, von einem Schwarm groesserer Sardinen verfolgt werden. Diese sagen sich wohl: „Besser wir verfolgen, als dass wir verfolgt werden!“

Seit Tagen gibt es -mangels frischem Fisch- nur Nudeln mit roter Sauce zu Mittag.
Daher entschliesse ich mich, einen langsam laufenden Wobbler, den ich auf der Kanareninsel Graciosa gekauft hattte, trotz unserer kleinen Fahrt mit der Angel versuchsweise auszubringen.
Nur 5 Minuten spaeter (!) zappelt ein schoener Mittagstisch- Mahi Mahi an der Angel.

Als ich ihn lande, wird er von all seinen Schwarmkollegen umringt und sie beobachten neugierig, was denn mit ihrem Freund geschieht. Fast schon tut es mir leid, dass ich diesen einen Fisch nun toeten werde, und ich entschuldige mich bei allen anderen – verspreche ihnen, nur diesen einen fuer die Pfanne herauszuholen ! Was ich auch mache und die Angel nicht wieder ausbringe fuer heute…

Ansonsten verlaufen die Tage auf dem Weg zu den Malediven weitestgehend ruhig -abgesehen von immer mal wieder auftretenden Kleinigkeiten wie Keilriemenwechsel und sonstigen Kleinreparaturen. Die Steuerbord-Motorenraum-Bilgepumpe ist endlich repariert und die Genuawinsch gewartet und gefettet. Irgendwas ist dann ja doch immer…
Heute nacht haben mich, wie auch schon vor zwei Tagen, die Lichter von Fischern hinter dem Horizont auf meinem Kurs wachgehalten. Ich wollte ungern schlafend mit ihnen kollidieren… Allerdings wurde es hell, bevor ich ihnen nahe kam. Zum Fruehstueck sah ich sie dann, etwa 2-3 Meilen querab.

Bereits Samstag habe ich ein Brot gebacken und so habe ich auch fuer die naechsten zwei Tage noch frisches Brot zum Fruehstueck. Eine schoene Abwechslung zu Cornflakes mit Obst !

Und heute gibt’s zum Mittag frischen Fisch ! 🙂
Hier. Irgendwo im Indischen Ozean. In der Flaute…

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