Wenn einer eine Reise tut…

Naja, es ist ja nun schon ein bisschen her, aber ein paar Fotos der letzten Reise von Cocos -Keeling- Islands nach Uligan auf den Malediven möchte ich doch noch nachschicken.
Es war eine lange Reise. Länger als geplant.

Mit genau 24 Tagen etwa 5 Tage länger, als ich bei Abreise gerechnet hatte.
2173 Seemeilen (4024,4km) lagen im Kielwasser, als wir um genau 14:00 am Sonntag, den 22. November auf gut 4 Meter Wassertiefe den Anker fallen liessen.
Position: 007 Grad 05,118 Minuten Nord – 072 Grad 55,094 Minuten West !
Auf der Reise haben wir also den Äquator von Süden nach Norden wieder passiert und sind nun auf der Nordhalbkugel dieser Erde. Dauer vom 29.10 bis 22.11.

Die zweite Hälfte der Reise war ein wenig stuermisch.
Die äquatoriale Gegenströmung, die von West nach Ost setzt, vertrieb uns leider ungeplant sehr weit nach Osten, so daß uns südöstlich von Sri Lanka dann ein heftiger tropischer Sturm erwischte, der fast 4 Tage anhielt.
Das ganze in der Zeit vom 12. bis zum 16. November mit dem Höhepunkt am Freitag den 13. !
Dabei wehte es zeitweilig mit 50 Knoten. Das sind etwa 10 Windstärken. Nicht schön.

Davor hatten wir schönes Segeln mit achterlichem Wind und zeitweilig auch Flaute.
Von Cocos aus hatten wir breits per EMail in Uligan mit dem ‚Agenten‘ Asad von den Realseahawks Maldives Kontakt aufgenommen und er hat dann die doch nicht ganz unerheblichen bürokatischen Dinge der Einreise erledigt.

Die Malediven sind ein teures Pflaster ! Allein die ‚Cruising Permit‘, die jeder, der länger als sieben Tage hier bleibt, benötigt, kostet fast 400 Dollar. Genausoviel zahlt auch ein Kreuzfahrtschiff ! Da wird dann nicht gross unterschieden. Dazu kommen Ein-und Ausklarieren beim Customs, Liegegeld, Agentengebühr und so dies und das. Für einen Aufenthalt länger als 7 Tage kommen da schon mal an die 1000 Dollar zusammen. Das liegt auf dem Niveau der Galapagos-Inseln.
Die hohen Kosten der Cruising Permit relativieren sich dann erst wieder, wenn man ein paar Monate bleibt…

Mein Einwand, ich habe gar nicht vor, durch die Malediven zu ‚cruisen‘, sondern möchte in Uligan lediglich meine nötigen Repaturen erledigen, machte beim Ministry of Tourism in Male, das diese Gebühren erhebt, wenig Eindruck.
Die extrem hohen Kosten sind auch mit ein Grund, dass immer weniger Segler die Malediven besuchen, was die Einheimischen auf den Inseln hier sehr bedauern, nimmt es ihnen doch die Basis für ein paar zusätzliche Einnahmen.

Ausser uns ist hier zur Zeit kein anderer Segler.

Aber : Es ist wunderschön hier und traumhaft klares, fischreiches Wasser am Ankerplatz !

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