im Gebirge…

Das muss man sich mal vorstellen :
Da liegen wir hier nun vor Anker im Suedpazifik.

Nur ein ganz wenig westlich des „Tonga Trench“, mit bis zu 10.000m Wassertiefe einem der tiefsten Wassergraeben der Welt, und gleichzeitig eine wichtige Grenze an der sich aufschiebenden Erdkruste. (Sehr labil und tektonisch ausserordentlich aktiv – Zuletzt 1995 entstand hier – nach 1979 zum zweiten Mal- urploetzlich mit „Lateiki“ eine neue, nun zu Tonga gehoerende Insel, 500m im Durchmesser und fast 60m hoch, die als unkartographiertes Verkehrshindernis Segler ueberraschen kann…) Erosion und die See waschen zwar an dieser Insel, aber es ist ein Beispiel fuer die enorme vulkanische Aktivitaet…

Immer schoen aufpassen beim Segeln!

Dieser unterseeische Bergruecken erstreckt sich von Tonga bis weit in den Sueden Richtung Neuseeland.

Es ist also nun so, als haetten wir hier im Minerva Reef den Haken ganz dicht neben dem Gipfelkreuz des Mount Everest, nur noch 1000m hoeher, zielgenau eingegraben… Eine Punktlandung!

Und schoen ist es hier.

Gestern habe ich das ruhige und sonnige Wetter fuer einen zweiten Ausflug aufs Riff genutzt.
Lobster habe ich dabei leider zwar wieder keine gefunden, aber sehr schoene Unterwasseraufnahmen beim Schnorcheln machen koennen.

Dabei hat mich eine kleine Gruppe von Haien so lange neugierig begleitet, beobachtet und ist mir dabei immer naeher gekommen, bis es mit zu bunt wurde, und ich einen von ihnen mit einem kleinen Piekser meines Speers wegscheuchte.

Ich glaube, es waren Weissspitzen – Riffhaie, die gewoehnlich nicht aggressiv sind. (Ich bin da nicht so der Fachmann) Aber auf die Spitze treiben wollte ich es nun auch nicht – und ausprobieren, ob meine nun heute doch schlechte Laune hatten…? Nein danke!

Daher bin ich dann lieber noch ein wenig auf dem Riff spaziert und hab dann an einer anderen Stelle geschnorchelt.

Dort fand ich am Rande des Riffs das halb vergrabene Rigg eines havarierten Seglers… Die Edelstahlwanten des grossen Mastes lagen noch frei und ein vergrabener Teil des Mastes war noch sauber weiss und nicht bewachsen. Die Segelschiene war auch noch sehr gut zu erkennen.

Welch‘ Schicksal sich hier wohl abgespielt hat…?! In solchen Momenten kommt man ins Gruebeln.

Es war jedenfalls ein sehr schoener, interessanter Tag und ich konnte ein paar tolle Unterwasseraufnahmen machen.

Zurueck auf „Thalassa“ habe ich bei dem ruhigen Wetter mit unserer Drohne auch noch ein paar schoene Luftaufnahmen von Riff und Boot gemacht.

Das Wetter war eigentlich zum Absegeln gut – leichter Wind aus Südosten und geringer Schwell, was auch das Gros der anderen Ankerlieger ausnutzte und ankerauf ging.

Aber ich wollte doch lieber noch einen „Genusstag“ am Riff verbringen.

So liegen zur Zeit hier nur noch der „Meerbaer“ und ich…

Schoen ruhig – am Riff.
Nur das Rauschen der Brandung…

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