Port Vila / Vanuatu

Tja…

Warum soll es auch alles immer leicht gehen…

Aber mal von Anfang an:

Am Dienstag, den 23.7. um 14:00 Uhr haben wir in Port Denarau, Fiji ausklariert.

Der Beamte ließ mir auch auf Nachfragen hin nur eine Stunde Zeit, um abzulegen. Eigentlich wollte ich ja noch gemütlich draußen ankern und dann am nächsten Morgen los. Na egal. Dann eben heute, dachte ich.

14:15 Uhr waren wir in Fahrt, und ich wählte die etwas längere Route an TavaRua vorbei, hinaus durchs ‚fringing reef‘, durch den Malolo-Pass. Die direkte Route durchs Riff- und Inselgewirr hätten wir vor dem Dunkelwerden nicht mehr geschafft.

TavaRua kommt gegen 17:00 Uhr in Sicht.

Draußen wurde es dann mal wieder zunehmend ungemütlich…

Wir hatten ab dann, für die nächsten 4 Tage 6-7 Windstärken, manchmal etwas mehr.

Ich hatte nach 6 Stunden bereits das Großsegel ganz weggenommen und sauber verstaut, da ich mir schon dachte, dass ich es bis Vanuatu nicht mehr benötigen würde.

Der Wind kam aus SE, also mit ca. 150 Grad fast direkt von hinten.

Die Genua bekam noch in der Nacht 2 Reffs. Die Windstärke war dabei nicht unbedingt das Problem. Aber es lief gleichzeitig ein 3-5m hoher Schwell aus Süd, der für eine sehr konfuse See und eine wirklich (!) unbequeme Reise sorgte.

Wind und Schwell standen bis Samstagabend so durch.

Am Samstagabend, nach 4 Tagen also, – es war gerade mondlos dunkel geworden- hatten wir 548,5 Seemeilen geloggt und standen nun im Hafen von Port Vila.

Auf 17°44’243 Süd und 168°18’581 East ließen wir in der Dunkelheit den Anker fallen.

Ich setzte mit dem Motor zurück, um den Anker gut einzugraben. Ein stetiges dumpfes Ruckeln an der Kette zeigte mir allerdings, daß der Anker wohl über Fels slipte…

Er hielt nicht. Also nochmal aufholen und neu versuchen. Langsame Vorausfahrt und dabei die Kette mit dem Ankerspill aufholen. Nach kurzer Zeit holte die elektrische Winde die Kette zügig – ZU zügig – ein.

Im Licht der Decksbeleuchtung sah ich das Ende der Kette… mit dem Ankerwirbel daran, erscheinen. Nur keinen Anker.

Der war weg!!

Tja. Alles Lamentieren, Ärgern und Aufregen war in dem Moment nicht gefragt. Ich drehte ab in freies Wasser, machte in aller Eile den Reserveanker klar und schlug ihn am Ende der Kette an. Zurück – möglichst genau an den selben Platz!

Nach einer Stunde lagen wir ruhig am Anker. Nur ich war nicht ruhig…. Gar nicht!!

Nützt alles nichts.

Jetzt muss ich erst mal schlafen. Morgen oder Montag einen Taucher bestellen und sein Glück versuchen lassen.

Am nächsten Morgen suchte ich aber selbst an Bord alle unsere Tauchsachen zusammen. In der Pressluftflasche war noch genug Luft für einen Tauchgang… Naja. Die Chancen stehen 1 zu 100, aber probieren kann ich es ja mal. Besser, als untätig zu sein. Das kann ich irgendwie nicht… Sind so 10 bis 12m hier…

Ich hatte zwar keine Tauchlampe, aber es war ein sonniger Morgen, und das Hafenwasser war klarer, als ich es erwartet hatte.

Relativ warm war es auch.

Ich rüstete mich aus, war bewaffnet mit einer langen Leine, an deren einen Ende ich einen Schnappschäkel, deren anderem Ende einen leeren 5l-Wasserkanister befestigt hatte.

Beim Tauchen orientierte ich mich an unserer Ankerkette, da ich ja möglichst nah am ersten Ankerplatz liegen sollte… Bereits nach zwanzig Metern sah ich unseren verlorenen Niro-Anker!!! Etwa 3m neben unserer Kette.

Ich versuchte, runterzutauchen, aber mit dem Tauchjacket kam ich ohne Blei nicht zum Grund… Ich schwamm zurück zum Boot, krabbelte mit Sack und Pack wieder raus und holte mir den – – erst zwei Tage vor der Abfahrt (!!) in der Musket Cove ganz auf Verdacht (man weiß ja nie) gekauften Tauchgürtel mit den daran befestigten Bleigewichten.

Gürtel angelegt, wieder ins Wasser, runtergetaucht, Anker gefunden, Schäkel dran befestigt und mit dem Wasserkanister zurück zum Boot…

Irgendwie dann das ganze über Leinen und Winsch an Deck zurück gezerrt……

Ist ja man kein Pappenstiel.

Hurra!!!

Da isser.

Ganz unschuldig und noch etwas verbogen vom Ankern hinter TavaRua…

Da ist einfach der verschraubte Spezialsplint weg. Weiß der Teufel…

Mal sehen, ob ich den bei WASI nachbestellen kann.

Naja. So wurde dann ja doch noch alles gut.

Heute bin ich in die Yachting World Marina umgezogen…

Habe einen der seltenen Liegeplätze ergattert.

Schön.

Morgen ist hier Nationalfeiertag. Unabhängigkeitstag. Also alle Geschäfte geschlossen und ordentlich Party in der Stadt…

Mal sehen.

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