Porto Ghalib – Ägypten

Reisen in Zeiten von Corona… Eigentlich nur etwas für die Technik-Interessierten…

Es geht los nach Ägypten. Seit Anfang März liegt die Thalassa nun in der Marina von Port Ghalib.

Wegen des Lockdowns war es nicht möglich, eher zum Boot zurück zu fahren.

Was erwartet mich dort..?!

… über Istanbul geht es nach Ägypten, wo ich nachts um halb eins ankomme. Mein bestellter Transfer von Hurghada nach Porto Ghalib erscheint natürlich nicht, und so muss ich mir schließlich eine Taxe für die 230km durch die Wüste zum Boot nehmen.

Morgens um 05:00 komme ich an der Thalassa an.

Der Wüstenwind und – Sand haben in knapp 5 Monaten ganze Arbeit geleistet…

Aber es geht ja eigentlich um andere Dinge!

Bei der Reparatur des Genuafalls im März hatte ich gesehen, dass 4 (!!) von 19 Litzen des Vorstagdrahts oben am Mast gebrochen waren.

Das Vorstag musste also dringend erneuert werden, bevor es wieder losgehen kann.

Nachdem ich erst einmal eine Grundreinigung des Bootes vorgenommen hatte, konnte ich mich nun ums Vorstag kümmern.

Das Segel muss weg!

Danach löse ich alle Wanten maximal und baue mir ein Hilfsvorstag aus dem Genuafall, mit dem ich den Mast so weit wie möglich nach vorn ziehe, um die Spannung aus der Rollanlage zu nehmen. Schließlich müssen die Bolzen oben am Mast und unten am Bug entfernt werden.

Die schwarze Titan-Inbusschraube dort wird noch eine tragische Rolle spielen…

Sie hält Toggle und Vorstag fest im Fußteil der Rollanlage und muss gelöst werden, um den alten Vorstagsdraht ausbauen zu können.

Die Bolzen sind entfernt und die ganze Rollanlage wird (irgendwie) an Land gewuppt…

Das muss irgendwie raus!!

Will es aber partout nicht. Also entschließe ich mich, professionelle Hilfe von der 120km entfernten Bootswerft in Safaga kommen zu lassen…

…es gelingt den beiden Jungs jedoch auch nicht, die Schrauben zu lösen.

Sie verbrennen bei dem Versuch jedoch nebenbei kurzerhand den eingebauten Simmerring, der die unteren Kugellager schützt.. ! Aua aua aauaaaa!!!

Woher jetzt wissen, welche Größe dieser Ring einmal hatte. Ausmessen kann man dort innen leider nicht wirklich. Und rein muss er unbedingt wieder!

Die Schrauben werden übrigens letztlich doch brutal weggeflext. – Na DAS hätte ich auch noch selbst hinbekommen!

Woher jetzt die Teile bekommen???

Gottseidank hilft mir der Service von Wichard/France kulanterweise, bei denen ich die Größe des Simmerrings erfrage…

Und – oh Wunder, ich bekomme irgendwo im Nirgendwo einen (fast) passgenauen Simmerring.

Es kann also wirklich weitergehen…

Inzwischen sind die Bolzen und Muttern auch nachgebaut – nur leider danach verkehrt herum verpresst und angeschweisst worden!!

Es ist zum Haareraufen !!

Aber ich kann mit dem Vorstag inzwischen weitermachen:

Kabeleinzugshilfe in die Rollanlage einfädeln. Mit dem Draht verbinden, neues Vorstag durchziehen.

Ausmessen.

Noch einmal ausmessen.

Noch einmal ausmessen…….!!

Neues Vorstag auf die korrekte Länge abschneiden.

(PUH!!)….

Aufdröseln, Konus mit entsprechendem Abstand (18mm) rauf, alles gut fetten und dann zusammenbauen.

FETTICH!

War doch ein Klacks!

Nun das ganze wieder zurück!

Dies tonnenschwere, 19 Meter lange Geschütz irgendwie wieder an Bord…

Danach mit Hilfe des Spifalls alles wieder aufrichten und (in wochenlanger Feinarbeit) die Toggles oben und unten wieder einfädeln und mit den Bolzen sichern… (dabei mindestens gefühlte 20mal den Mast hoch- und runter klettern und die Lage minimal verändern…), Wanten spannen und sichern, Genua wieder setzen…

Sieht ja eigentlich nicht anders aus, als 10 Tage zuvor….

Wofür macht man das bloß alles?!!

Na, ich weiss das schon ganz genau ! 🙂

……

Jetzt kann der Checkout für die Suez Kanal-Passage beantragt werden…

Es geht weiter!

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