Marsa Abu Makhadiq

Um 12:00 meinten Hugh und Priscilla von der „Anemos“, der Wind ließe nach und wir sollten aufbrechen, 16 Seemeilen weiter in die Marsa Makhadiq. Von nachlassendem Wind hatte ich allerdings nix bemerkt, und so bolzten wir bei satten 6 Bft von vorn nach Norden. 4 Stunden später war das nächste Ziel dann erreicht, und wir lagen wieder vor Anker. Nun hatte der Wind auch tatsächlich endlich nachgelassen! Tja… Geduld…!!

Da die See mittlerweile wirklich ruhig war, kletterte ich auf unseren Mast, um das defekte Dampferlicht zu reparieren.Priscilla schoss davon einen schönen Schnappschuss :

Ein seltenes Bild vom eigenen Boot – mit Mann im Mast…Unser Track von heute :

Robinson Soma Bay

Gunnar ankert nun direkt vor dem Robinson Club Soma Bay!
Nach einer Nachtfahrt von 92 Seemeilen ist er hier gestern morgen um 8:30 Uhr angekommen.


Fast ein halbes Jahr ist es jetzt her, dass wir uns hier im Club getroffen hatten, und dann einige der letzten Gäste waren, die wegen Corona den Club verliessen.

Inzwischen hatten wir zu Hause wieder viel Zeit, neue Pläne zu schmieden (darin sind wir ja Spitzenreiter) und uns, trotz Corona, die Stimmung nicht verderben zu lassen.
Im Oktober werden wir uns nun in der Türkei treffen und Lottas Herbstferien dazu nutzen, die türkische Ägäis ordentlich zu besegeln. Die Thalassa wird den Winter danach ohne uns an der türkischen Riviera verbringen.  
Dafür aber starten wir im nächsten Jahr noch einmal so richtig durch!
Wir werden uns für die ARC Plus im November 2021 anmelden und gemeinsam über den Atlantik in die Karibik segeln…

Lotta hat ein Sabbat-Jahr beantragt😊 

Hier findet Ihr die aktuelle Position von Gunnar:  
https://maps.findmespot.com/Track                                                                                      

Porto Ghalib – Ägypten

Reisen in Zeiten von Corona… Eigentlich nur etwas für die Technik-Interessierten…

Es geht los nach Ägypten. Seit Anfang März liegt die Thalassa nun in der Marina von Port Ghalib.

Wegen des Lockdowns war es nicht möglich, eher zum Boot zurück zu fahren.

Was erwartet mich dort..?!

… über Istanbul geht es nach Ägypten, wo ich nachts um halb eins ankomme. Mein bestellter Transfer von Hurghada nach Porto Ghalib erscheint natürlich nicht, und so muss ich mir schließlich eine Taxe für die 230km durch die Wüste zum Boot nehmen.

Morgens um 05:00 komme ich an der Thalassa an.

Der Wüstenwind und – Sand haben in knapp 5 Monaten ganze Arbeit geleistet…

Aber es geht ja eigentlich um andere Dinge!

Bei der Reparatur des Genuafalls im März hatte ich gesehen, dass 4 (!!) von 19 Litzen des Vorstagdrahts oben am Mast gebrochen waren.

Das Vorstag musste also dringend erneuert werden, bevor es wieder losgehen kann.

Nachdem ich erst einmal eine Grundreinigung des Bootes vorgenommen hatte, konnte ich mich nun ums Vorstag kümmern.

Das Segel muss weg!

Danach löse ich alle Wanten maximal und baue mir ein Hilfsvorstag aus dem Genuafall, mit dem ich den Mast so weit wie möglich nach vorn ziehe, um die Spannung aus der Rollanlage zu nehmen. Schließlich müssen die Bolzen oben am Mast und unten am Bug entfernt werden.

Die schwarze Titan-Inbusschraube dort wird noch eine tragische Rolle spielen…

Sie hält Toggle und Vorstag fest im Fußteil der Rollanlage und muss gelöst werden, um den alten Vorstagsdraht ausbauen zu können.

Die Bolzen sind entfernt und die ganze Rollanlage wird (irgendwie) an Land gewuppt…

Das muss irgendwie raus!!

Will es aber partout nicht. Also entschließe ich mich, professionelle Hilfe von der 120km entfernten Bootswerft in Safaga kommen zu lassen…

…es gelingt den beiden Jungs jedoch auch nicht, die Schrauben zu lösen.

Sie verbrennen bei dem Versuch jedoch nebenbei kurzerhand den eingebauten Simmerring, der die unteren Kugellager schützt.. ! Aua aua aauaaaa!!!

Woher jetzt wissen, welche Größe dieser Ring einmal hatte. Ausmessen kann man dort innen leider nicht wirklich. Und rein muss er unbedingt wieder!

Die Schrauben werden übrigens letztlich doch brutal weggeflext. – Na DAS hätte ich auch noch selbst hinbekommen!

Woher jetzt die Teile bekommen???

Gottseidank hilft mir der Service von Wichard/France kulanterweise, bei denen ich die Größe des Simmerrings erfrage…

Und – oh Wunder, ich bekomme irgendwo im Nirgendwo einen (fast) passgenauen Simmerring.

Es kann also wirklich weitergehen…

Inzwischen sind die Bolzen und Muttern auch nachgebaut – nur leider danach verkehrt herum verpresst und angeschweisst worden!!

Es ist zum Haareraufen !!

Aber ich kann mit dem Vorstag inzwischen weitermachen:

Kabeleinzugshilfe in die Rollanlage einfädeln. Mit dem Draht verbinden, neues Vorstag durchziehen.

Ausmessen.

Noch einmal ausmessen.

Noch einmal ausmessen…….!!

Neues Vorstag auf die korrekte Länge abschneiden.

(PUH!!)….

Aufdröseln, Konus mit entsprechendem Abstand (18mm) rauf, alles gut fetten und dann zusammenbauen.

FETTICH!

War doch ein Klacks!

Nun das ganze wieder zurück!

Dies tonnenschwere, 19 Meter lange Geschütz irgendwie wieder an Bord…

Danach mit Hilfe des Spifalls alles wieder aufrichten und (in wochenlanger Feinarbeit) die Toggles oben und unten wieder einfädeln und mit den Bolzen sichern… (dabei mindestens gefühlte 20mal den Mast hoch- und runter klettern und die Lage minimal verändern…), Wanten spannen und sichern, Genua wieder setzen…

Sieht ja eigentlich nicht anders aus, als 10 Tage zuvor….

Wofür macht man das bloß alles?!!

Na, ich weiss das schon ganz genau ! 🙂

……

Jetzt kann der Checkout für die Suez Kanal-Passage beantragt werden…

Es geht weiter!

Kreuzkurs nach Nord…

Von Ulligam auf den Malediven nach Port Ghalib in Ägypten.
Glücklicherweise gab es im Roten Meer ab dem Sudan einen relativ windstillen Zeitraum, in dem wir auf direktem Kurs nach Norden vorwärts kommen konnten. (Allerdings unter Motor)

Ulligam_nach_PortGhalib

Die letzten ‚Meter’….

Foto aus dem Golf von Aden

Noch ca. 400 Seemeilen zittern…

…und Gunnar ist aus dem Gröbsten raus. Aber seit Stunden hat Gunnar wieder überhaupt keinen Wind… und DAS direkt vor der Küste Somalias! Am frühen Morgen schickte mir Gunnar das Foto. Es könnte ja ganz romantisch sein, wäre es dort nicht so gefährlich!

Verrückte Welt, Corona-Virus, Krieg in Jemen, Sudan und Eritrea, Piraten, Mama im Krankenhaus,
… Lotta und ich freuen uns schon sehr auf Gunnars Arme!

E-Mail-News von Gunnar

Gestern ist hier bei mir plötzlich mit einem Knall die Reffleine vom ersten Reff gerissen. Die neue, die ich in Neuseeland gerade gekauft hatte. Das Segel schlug bei wenig Wind einmal rein und da knallte es auch schon. Da kann man mal sehen, was da für ein Druck entsteht. Das ist eine 12mm dicke Leine!!

Hab ich dann aber während des Segelns noch wieder repariert…

Nun bin ich hier mittlerweile mittendrin im Piratengebiet… Hoffentlich geht alles gut. Wenigstens habe ich noch guten Wind zum Segeln…

Natürlich habe ich auch Angst und bin froh, wenn ich hier heil durchkomme…
Aber es nützt ja nichts. Bin ja nun mittendrin. Von den Franzosen sieht und hört man nichts. Wer weiß, wo die sind. Die sind ja auch erst am nächsten Morgen los und ich bin ja die ganze Zeit recht schnell unterwegs.
Ich denke nicht, dass die da mithalten können.
24 Stunden sind wieder rum. Das war jetzt der 6.Tag .
164,2 Seemeilen seit gestern 17:00Uhr! Das beste Etmal seit den Malediven. Hab nun in den letzten 6 Tagen 860 Seemeilen gesegelt… Echt gut…

Heute war schon wieder ein Marlin an der Angel. Der hat mir jetzt auch noch 400m Schnur abgerissen.
Danach hatte ich keine Lust mehr, die Angel wieder rauszubringen. Zum Fangen sind wir einfach zu schnell gesegelt.

Der schwierigste Teil…

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…liegt vor uns, besser gesagt, vor Gunnar…
Aber uns – hier zu Hause in Hamburg- ist auch nicht ganz wohl.
Gestern (12. Februar gegen 15 Uhr), hat Gunnar in Uligan auf den Malediven ausklariert und sich auf den direkten Weg nach Ägypten gemacht.

Nun schon das zweite Mal… und man könnte sagen, Gunnar ist inzwischen ein alter Hase, aber auf dieser gefährlichen Segelstrecke durch das Piratengebiet nützt ein dickes Hasen-Fell auch nicht viel.
Aber wie immer…wir denken positiv und mit gesetztem Segel, Wind (noch) aus der richtigen Richtung und durchschnittlichen 6 Knoten, fühlen sich die ersten Seemeilen gut an.
Wenn alles gut geht, – nein, anders – es WIRD alles gut gehen – treffen wir uns Anfang März vor dem Robinson Soma Bay!

Die aktuelle Position geben wir aus Sicherheitsgründen nicht durch, aber Ihr kennt ja den Link… (-:

 

 

 

Pool-Position im Robinson Noonu !

Nützt ja nix !

Wir könnten natürlich auch betrübt in der Ecke im Schatten hocken und traurig darüber sein, dass Susann und Lotta morgen wieder zurückfliegen…

Würd’s was ändern…?

So genießen wir doch lieber unsere vorerst letzten gemeinsamen Momente noch in toller Stimmung …hier …in dem schönen Robinson Club Noonu auf den Malediven!

Was morgen ist – ist eben morgen…!

🙂