ITKZ…

28.Maerz. 12:10 lokale Zeit…

Jetzt segeln wir hier, 220 Seemeilen suedlich von Panama und 150 Seemeilen von der Kolumbianischen Westkueste entfernt.

Ein nur noch laues Lueftchen schiebt uns durch die ersten Auslaeufer der Tropischen Konvergenzzone.
Dieses Tiefdruckgebiet liegt zwischen den zwei Passatsystemen, dem Nordost- und dem Suedostpassat noerdlich und suedlich des Aequators.
Hier herrschen meist nur sehr schwache Winde oder auch tage- und wochenlange Flauten. Sogenannte „Kalmen“. Dieses Kalmengebiet wird auch „Rossbreiten“ genannt, weil in diesen Breiten in frueheren Jahrhunderten die Besatzungen der Segelschiffe haeufig aufgrund von Wassermangel ihre als Lebendproviant oder Nutztiere mitgenommenen Pferde ueber Bord werfen mussten, da sie sie nicht mehr traenken konnten.
Die Reise wurde durch fehlenden Wind so sehr verlaengert, dass der Wasservorrat verbraucht und das Leben der Mannschaft selbst in Gefahr war.

Mir passiert das heute nur mit meinen Karotten !
Leider sind sie allesamt verrottet, was ich erst feststellte, als ich Appetit bekam und heute eine essen wollte. Also, ab damit ueber Bord. Mein Frischgemuese wird langsam knapp…

Wenigstens ein bisschen Wind haben wir noch und bewegen uns in die richtige Richtung vorwaerts.

Leise hoere ich im Hintergrund das auf- und abschwellende Summen des Schleppgenerator-Propellers, das mir den Wechsel unserer Geschwindigkeit anzeigt…
Mit zwei bis knapp drei Knoten Fahrt ziehen wir Richtung Galapagos und dann den Marquesas…Zur Zeit 205 Grad am Kompass. Der Parasailor stht und zieht uns gut voran.
Grundsaetzlich funktioniert der Schleppgenerator gut. Er versorgt uns beim Segeln stetig mit Energie. Leider bei der langsamen Fahrt auch nur mit sehr geringer !
Und unsere Instrumente brauchen immer gleichviel -egal ob wir langsam oder schnell sind.

„PFFFSCHHHH…!“ Zwei grosse Wale ziehen -gerade jetzt- ploetzlich etwa 50m vom Boot entfernt Richtung Norden. Der laute Blas erschrickt mich hier beim Schreiben. Schnell hole ich die Kamera, um das Ereignis festzuhalten, aber als ich endlich soweit bin, sind sie schon recht weit hinter dem Boot. Nur die Wasserfontaene beim Ausatmen und den grossen Ruecken sieht man noch in der Entfernung.

Das ist nun bereits das dritte Mal seit unserer Abfahrt von den Las Perlas vor zweieinhalb Tagen, dass ich grosse Wale dicht beim Boot sehe. Ich hoffe, mir gelingt noch ein schoenes Bild…

Und Fisch sollte es langsam mal geben..! Jawohl !

Der grosse Jack, der mir vorgestern kurz nach dem Ankeraufmanoever bereits an den Haken ging, loeste sich ja leider wieder, als ich ihn einen Moment unbeachtet
an der Angel am Bootsheck liess, um ein Gaff zum Herausholen zu besorgen. Ja. Ich muss mich besser organisieren ! 🙂

Ich habe Appetit auf FISCH !!
Bei der langsamen Fahrt sind meine ausgebrachten Kunstkoeder natuerlich auch nur wenig interessant fuer die schnellen Jaeger…

Aber ich habe ja Geduld.
Beim Fischen wie bei der Reise.

Warten wir also mal ab, was alles Schoenes noch so kommt…

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: